Die Geschichte des Graffiti`s

Wortherkunft[Bearbeiten]

Sprayer bei der Arbeit

Graffiti ist der Plural des italienischen Worts graffito. Es leitet sich etymologisch aus dem Griechischen von γράφειν (graphein) ab, was schreiben bedeutet.

Im Italienischen bedeutete graffito ursprünglich Schraffierung und bezeichnete (neben der heute auch modernen Bedeutung) eine in Stein geritzte Inschrift oder ornamentale bzw. figurale Dekoration (siehe auch die Stucktechniken des Sgraffito).[3]

Heute wird meist von einem Graffiti, statt von einem Graffito gesprochen und der analog gebildete Plural Graffitis verwendet.[4] Der Duden erlaubt beide Begriffe. [5] [6]

Im offiziellen Sprachgebrauch der DDR wurden Graffiti als Teil der Hip-Hop-Jugendkultur als „Rapschrift“ bezeichnet, abgeleitet von Rap.[7]

Formen von Graffiti[Bearbeiten]

Es gibt viele verschiedene Arten von Graffiti, deren Abgrenzung oft nicht eindeutig möglich ist. Zum Beispiel können auch Klograffiti politische Inhalte haben oder ein Writer malt einen Schriftzug mit dem Namen seines Lieblingsfußballvereins.

Besonders die Unterscheidung zwischen Writing und Streetart ist heutzutage schwierig, da sich die Techniken oft überschneiden.

Style-Writing[Bearbeiten]

Style-Writing/Graffiti-Writing oder kurz Writing ist die mittlerweile am weitesten verbreitete Form von Graffiti und wird deswegen von der Allgemeinheit auch am stärksten wahrgenommen. Durch diesen Umstand findet meist keine Differenzierung zu anderen Formen von nichtwritingbezogenem Graffiti in der breiten Bevölkerung statt. Beim Writing bildet die Schrift (Buchstaben und Zahlen) das Basiselement der Bildkomposition und die Akteure (Writer) stellen an sich selbst einen künstlerischen Anspruch. Die möglichst häufige Verbreitung des Namens bzw. vielmehr desPseudonyms eines Graffiti-Writers in Kombination mit dessen möglichst einzigartiger, innovativer und vor allem ästhetischer Gestaltung bilden die zentralen Ziele, um ein Höchstmaß an Ruhm (Fame) zu erlangen. Die Ästhetik steht aber deutlich im Vordergrund. Ein Writer, der keinen gutenStyle hat, erhält keine Anerkennung von anderen Szenemitgliedern, egal wie viel er malt.

In der Hip-Hop-Kultur bildet Writing (neben MCingDJing und B-Boying) eines der vier wesentlichen Elemente. Der Gedanke eines gewaltfreien Wettstreits und das Austragen von Konflikten auf künstlerischer Ebene (Battle) ist ein wesentliches Charakteristikum der friedlichen Writing-Kultur – ebenso wie bei den anderen Elementen des Hip-Hop – und manifestiert sich heutzutage z. B. im weltweit größten Writing-Wettbewerb Write4Gold, bei dem Writer auf zunächst nationaler und in weiteren Runden auch internationaler Ebene gegeneinander antreten, um die Besten ihrer Zunft zu wählen.[8] Writing steht somit im Gegensatz zu der gewalttätigen Gangkultur und darf nicht mit dieser verwechselt werden. Es gibt allerdings auch Writer und Crews, die exklusive Hoheitsansprüche auf ein bestimmtes Gebiet oder auch z. B. eine Zugabstellanlage (Yard) stellen und „Eindringlinge“ rigoros übermalen oder teilweise sogar gewaltsam gegen diese vorgehen.

Scratching (deutsch: Kratzen)[Bearbeiten]

 HauptartikelScratching (Streetart)
Scratchings an einer Scheibe der Berliner U-Bahn

Scratching ist eine Reaktion der Writerszene auf verstärkte Reinigungsmaßnahmen. Es werden meist Tags dargestellt, die mittels (Schleif-)Steinen, Sandpapier oder Messern vorwiegend in Glas- oder Plastikoberflächen gekratzt werden. Dies soll bezwecken, dass der Schriftzug länger erhalten bleibt. Diese Form von Graffiti-Writing kommt der ursprünglichen Form von Graffiti – dem Kratzen – am nächsten.[9]

Etching (deutsch: Ätzen)[Bearbeiten]

Eine extrem gesundheitsgefährdende und potentiell tödliche Art von Graffiti ist das Etching. Auch diese Form ist eine Weiterentwicklung aus der Writerszene, um verstärkten Reinigungsbemühungen entgegenzuwirken. Hierbei wird meistens Glas mit hochgiftiger Fluorwasserstoffsäure angeätzt.[10][11][12]

Ganggraffiti[Bearbeiten]

Ganggraffiti sind in den USA bereits seit den 1930er Jahren bekannt. Die Stadt Los Angeles bildet hier eine Hochburg. Im Gegensatz zum Stylewriting dient beim Ganggraffiti das Anbringen von Tags ausschließlich als gezielte Markierung des Reviers (Turf) einer Gang. Die Schriftzüge fungieren hier als Warnung für andere Gangs, die auf diese Weise abgesteckten Grenzen zu überschreiten. Das Übermalen von Schriftzügen verfeindeter Gangs oder das Sprühen in einem fremden Revier gilt als Provokation, und wird teilweise bewusst eingesetzt, um einen Bandenkrieg auszulösen.

Beim Ganggraffiti wird im Gegensatz zum Style-Writing nur teilweise Wert auf eine gewisse Ästhetik gelegt. Die Buchstabengestaltung ist hier stark von Frakturschriften beeinflusst. Die Buchstaben werden nicht, wie oft beim Writing üblich, schreibschriftartig miteinander verbunden. Es entstehen auch so gut wie keine aufwändig ausgestalteten, mehrfarbigen Werke wie in der Writing-Szene.[13]

Pixação[Bearbeiten]

Pixação ist eine spezielle Form von Ganggraffiti, die ihren Ursprung in São Paulo Ende der 1970er Jahre hat. Die Akteure (Pixadores) stammen meistens aus den Favelas der Stadt und haben daher außer ihrem Leben nicht mehr viel zu verlieren – daher bringen sie ihre Werke oft in teilweise extremer Höhe an. Charakteristisch für diese Art von Graffiti ist, dass fast ausschließlich einfarbige Tags mit Sprühdosen oder Malerrollen angefertigt werden. Die Grundformen der Buchstaben der Pixação sind überwiegend Frakturschriften, Runen und der Typografie der Logos von Heavy-Metal-Bands entlehnt und daher meist recht hoch und schmal. Die einzelnen Zeichen der oft mannshohen Schriftzüge, die auch figürliche Darstellungen enthalten können, haben meist eine einheitliche Höhe und sind klar voneinander abgegrenzt.

Ultras-Graffiti[Bearbeiten]

Auch Fußballfans, die meist der Ultrà-Bewegung entstammen, kennzeichnen Orte, die sie besuchen, mit Graffiti. Diese sind künstlerisch eher anspruchslos und dienen der reinen Markierung. Es gibt einige Parallelen zum Ganggraffiti, da auch Fußballfans verschiedener Mannschaften oft verfeindet sind und sich daher oft gegenseitig übermalen.

In den jeweiligen Heimatorten der Gruppen werden auch teilweise aufwändige Wandmalereien angefertigt. Heutzutage entnehmen die Ultras auch Elemente aus der Writing-Kultur und dem Streetart-Bereich.

Streetart[Bearbeiten]

 HauptartikelStreetart

Unter dem Begriff Streetart (engl. für Straßenkunst) werden nichtwritingbezogenes künstlerisches Graffiti, Stencils, die StickerkunstPlakatierung und auch Installationen im öffentlichen Raum zusammengefasst. Auch viele Akteure der Adbusting-Szene sind Streetartists. Bei der Streetart spielen bildliche Motive meist eine größere Rolle als die Schrift.

Stencil/Pochoir[Bearbeiten]

 HauptartikelStencil
John Fekner No TV QueensNew York City 1979

Unter einem Stencil oder Pochoir versteht man eine Schablone, die vorher angefertigt werden muss und durch die anschließend die Farbe gesprüht wird. Häufig werden entsprechend der ursprünglichen Verwendung Politiker, politische Symbole, ideologisch dargestellte Personen, oder gesellschaftskritische Motive gesprüht.

Graffiti auf Plakaten/Adbusting[Bearbeiten]

Weit verbreitet und schon seit langem praktiziert sind Graffiti auf Plakaten, insbesondere solchen, auf denen Personen abgebildet sind. Die häufigste Form der Plakatgraffiti besteht darin, die auf diesen Personen abgebildeten Personen mit Bärten oder Hörnern zu „verzieren“. Graffiti auf Plakaten sind insbesondere zu Wahlkampfzeiten häufig zu beobachten. Diese Form von Graffiti ist eher in der Kategorie Klograffiti anzusiedeln.

Eine spezielle Form von Plakatgraffiti ist das sogenannte Adbusting, dessen Akteure meist aus dem Streetart-Bereich stammen und das als Konsum- und Gesellschaftskritik verstanden werden soll.

Politische Graffiti[Bearbeiten]

Graffito im osttimoresischen Tutuala mit dem Wort für „Mörder“

Politische Graffiti sind meist eher künstlerisch anspruchslos und dienen lediglich der anonymen Darstellung diverser meist gegen die Obrigkeit gerichteter Ansichten. Themen sind u. a. IdeologieReligionAntisemitismusRassismus undDiskriminierung von Minderheiten wie etwa Homosexuellen. Außerdem sind sie Ausdruck der Wut gegen z. B. Polizei und politische Machtverhältnisse (insbesondere in autoritären und totalitären Systemen) oder stellen allgemein Parolen oder auch nur Symbole dar.

Um eine möglichst große Zahl an Rezipienten zu erreichen, werden politische Graffiti vornehmlich an sehr stark frequentierten und gut sichtbaren Orten angebracht, wie etwa während des Arabischen Frühlings ab 2011 am Kairoer Tahrir-Platz.[14].

Beispielsweise in Nordirland oder dem Baskenland, aber auch in Metropolen wie z. B. Los Angeles finden politische Ansichten aber auch teilweise in aufwändigen Murals Ausdruck.

Klograffiti[Bearbeiten]

 HauptartikelKlospruch

Klograffiti ist eine Form von Graffiti, die seit der Antike praktiziert wird. Dabei steht der künstlerische Anspruch – im gestalterischen Sinne – weniger oder gar nicht im Vordergrund. 2009 wurde ein großformatiges Werk für Kammerchor undSymphonieorchester des finnischen Komponisten Magnus Lindberg mit dem Titel Graffiti uraufgeführt, in dem der Komponist 62 lateinische Graffiti-Texte[15] aus Pompei und Herculaneum verwendet.[16] Unter dem Begriff Klograffiti werden sämtliche Kritzeleien wie Gedichte, Reime, Sprüche, Witze und Liebesbekundungen, Karikaturen und einfache Zeichnungen oder auch das bloße Hinterlassen von Namen zusammengefasst, die auf öffentlichen Toiletten zu finden sind. Zum Teil haben die Klosprüche philosophische, sexuelle oder humoristische Inhalte.[17]

Auch außerhalb von öffentlichen Toiletten lassen sich latrinaliaähnliche Graffiti finden, so z. B. in Gefängnissen oder auch an Orten, die besonders häufig Ziele von Touristen oder Wallfahrern sind, wie Berggipfel, Aussichtstürme oder z. B. unter dem Balkon von Romeo und Julia in Verona oder auch das Grab von Jim Morrison in Paris. Zu dieser Kategorie kann man auch Baumritzungen zählen, die von Wanderern und Liebespaaren mit einem spitzen Gegenstand (z. B. Taschenmesser) in die Rinde geschnitten werden. Das Hinterlassen von Namen weist in diesem Zusammenhang zwar gewisse Parallelen zum modernen Taggen auf, wird aber von Nicht-Writern erheblich seltener und nur an bestimmten Orten, zudem meist ohne Verwendung eines Pseudonyms, praktiziert.

Gefängnisgraffiti[Bearbeiten]

Im Gefängnis entsteht Graffiti vorwiegend durch die Haftsituation und Langeweile. Im Untersuchungsgefängnis entstehen so ganze Sammlungen von Eintragungen, die vom einfachen Namen, Datumsangabe, über einfache Zeichnungen bis zu politischen Organisationsnamen oder Losungen reichen, die auf den Anlass der Verhaftung hindeuten. Teilweise werden, da hinreichend Zeit vorhanden ist, Namen auch typografisch sorgfältig ausgeführt. Als Schreibwerkzeug dienen verfügbare Dinge wie Bleistift, Kugelschreiber, Filzstift, Schlüssel oder Nägel.[18] Eine besondere Variante der Gefängnisgraffiti sind die Malereien, die Studenten während ihrer Haft in den universitären Karzern anbrachten.

Zinken[Bearbeiten]

 HauptartikelZinken (Geheimzeichen)
Zinken von amerikanischen Hobos

Zinken sind Geheimzeichen von Gaunern, Landstreichern oder „fahrendem Volk“ allgemein, die an öffentlichen Orten angebracht werden, um Gleichgesinnte über die dortige Situation zu informieren. Diese Art der grafischen Kommunikation gibt es bereits seit dem 16. Jahrhundert.

Reverse Graffiti[Bearbeiten]

 HauptartikelReverse Graffiti

Beim Reverse Graffiti werden schmutzige Oberflächen z. B. mit Wasser, Seife und Bürste selektiv so gesäubert, dass der gesäuberte Bereich das Graffiti darstellt.[19] Diese Form von Graffiti wird sowohl von Writern und Streetartists, als auch Normalbürgern und von der Industrie genutzt,[20] da durch diese Form von Graffiti Gesetzeslagen umgangen werden können.

LED-Throwie[Bearbeiten]

 HauptartikelLED-Throwie

Eine sehr moderne Weiterentwicklung von Graffiti, auch aufgrund verschärfter Gesetzeslagen, sind LED-Throwies. Dies sind kleine batteriebetriebene Leuchtdioden, die mit einem Magneten verbunden sind und möglichst hoch auf metallene Oberflächen geworfen werden, damit sie eine höhere Verweildauer haben. Das Setzen konkreter Inhalte oder Botschaften in Form von Texten oder Bildern nennt man Nightwriting.

Moos-Graffiti[Bearbeiten]

Auch mit Moos arbeiten in den letzten Jahren weltweit Graffiti-Künstler. Das kann nun nicht mehr als Sachbeschädigung geahndet werden, denn die Kunstwerke sind ökologisch abbaubar.

Graffiti an Bäumen[Bearbeiten]

Die Baumgraffiti werden in der Forstwirtschaft zur Markierung des Baumbestandes bei Waldarbeiten benutzt, ähnlich wie Markierungen im Straßenbau (technisches Graffiti).

Im Rahmen der ersten Aktion Spechtbaum markierten hunderttausende Natur- und Vogelschützer von Pro Natura und dem Schweizer Vogelschutz, Bäume mit Spechthöhlen. Dazu wurde ein Logo als Pochoir mittels pinkfarbenem Spray auf Brusthöhe an den Stämmen angebracht.[21]

Geschichte[Bearbeiten]

Graffito und Dipinti aus Pompeji

Die ersten Graffiti fanden sich im Alten Ägypten. Damit sind nicht die reich ausgestalteten Wandmalereien in den Tempeln und Grabstätten gemeint, sondern gemäß der Definition private, gekratzte Inschriften, die sich auf Tempeln, in Gräbern, auf Felsen und Statuen befinden. Es finden sich spätestens seit dem Alten Reich – also 2707–2216 v. Chr. – Graffiti in verschiedenen Schriften und Sprachen. So z. B. demotischephönikischearamäischemeroitischelateinische und 

griechischeInschriften. Thematisch umfassen sie u. a. Segenswünsche, Gebete, Verehrungen von Göttern und Tempeleide. Es gibt aber auch Abrechnungen und bloße Listen von Waren, sowie auch nur den Namen des Schreibers selbst, so wie es auch heute noch üblich ist.[24][25] Die ägyptischen Graffiti lassen sich bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. nachvollziehen. Das letzte in demotischer Schrift wird auf den 12. Dezember 452 n. Chr. datiert.[26]

Auch bei den Römern, z. B. in den Städten Pompeji und Herculaneum, die bereits 79 n. Chr. untergingen, geben viele Graffiti Aufschluss über die Lebenssituation der Menschen. Hinzu kommen hier sexuelle Inhalte, und Bilder, wie etwa Karikaturen oder andere Zeichnungen. Viele Graffiti handeln auch von Gladiatorenkämpfen und finden sich vornehmlich am Stadion.

Die gleiche Art von Inschriften finden sich z. B. auch im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. u. a. in den griechischen Städten Ephesos und Aphrodisias, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Teil des römischen Reiches waren. Verfasst sind die Graffiti überwiegend in griechisch und nur selten in Latein. Das Anbringen von Graffiti scheint nichts Verwerfliches gewesen zu sein, so dass auch Lobpreisungen auf Gastwirte in Räumen gefunden wurden.[27][28]

In Amerika wurden bei den Maya in Tikal ebenfalls Graffiti gefunden. Diese sollen bis ca. 100 v. Chr. zurückreichen.[29]

Durch die Inhalte der antiken Graffiti lassen sich authentische Rückschlüsse über den damaligen Alltag der Menschen ziehen. Außerdem geben sie Auskunft über den Alphabetisierungsgrad der Bevölkerung zu den jeweiligen Zeiten. Durch die Datierung der Graffiti ergeben sich weitere wichtige Informationen für Historiker.[27]

Auch die Wikinger hinterließen Spuren in Form von Graffiti. Wahrscheinlich im 9. Jahrhundert ritzte ein Wikinger namens „Halvdan“ in Istanbul Runen in eine Balustrade der Hagia Sophia.[30] Im 12. Jahrhundert brachten Wikinger dem heutigen Klograffiti ähnliche Inschriften in einem Grab auf den Orkney-Inseln an.[31]

Seit dem 16. Jahrhundert findet man in Europa sogenannte „Zinken“ auf diversen Untergründen, die von fahrendem Volk angebracht werden, um Gleichgesinnte über die lokale Situation zu informieren. So werden diese Geheimzeichen z. B. an Wohnhäusern angebracht, um nachfolgenden Landstreichern anzuzeigen, ob es dort etwas zu erbetteln gibt oder ob man lieber nicht vorsprechen sollte, weil Prügel zu erwarten sind. Diese Symbole finden bis in die heutige Zeit Verwendung.[32]

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts werden Inschriften in den sogenannten „Inscription Rock“ in New Mexico geritzt. Die erste stammt aus dem Jahr 1605 von dem spanischen Conquistador Don Juan de Oñate. Seitdem haben sich ca. 2.000 Personen dort verewigt. Heutzutage ist dies allerdings verboten. Die amerikanischen Ureinwohner haben dort bereits lange vor den Europäern und ihren Nachfahren Petroglyphen (Felszeichnungen) angebracht.

Der französische Schriftsteller Nicolas Edme Restif de la Bretonne ritzte von 1779–1789 in Paris verschiedene Texte mit einem Schlüssel in Wände und an Brücken. Er dokumentierte sogar seine gesamten Graffiti in seinem Buch „Mes Inscriptions“ (Meine Inschriften), das nach seinem Tod veröffentlicht wurde.[33]

Im 18. und 19. Jahrhundert ritzten Zöglinge der Klosterschule Bebenhausen ihre Namen in die Mauern des Kreuzgangs.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts waren es u. a. die Soldaten Napoleons, die auf ihren Kriegszügen Graffiti hinterließen. So z. B. 1797 in Ludweiler[34] oder auch während des Ägyptenfeldzugs am Tempel der Isis in Philae.[35]

Auch der englische Dichter Lord Byron hinterließ seinen Namen an mehreren Orten. Dokumentiert sind u. a. seine Graffiti im Poseidontempel in Kap Sounion von 1810[36] und im Schloss Chillon von 1816.[37]

Der italienische Entdecker Giovanni Battista Belzoni bereiste zwischen 1815–1819 wiederum Ägypten und brachte diverse Graffiti an, um der Nachwelt seine Anwesenheit zu dokumentieren. So schrieb er 1818 in der Chephren-Pyramide „Scoperta da G. Belzoni 2 mar 1818.“.[38] Ebenso hinterließ er ein noch heute erhaltenes Graffito auf einer Säule im Ramesseum in Theben-West.[39]

In den 1830er Jahren gab es in Paris vermehrt Graffiti, die hauptsächlich von Straßenjungen angebracht wurden. Mehrere zeitgenössische Darstellungen zeigen, wie diese sogenannten „Gamins“ Birnengraffiti malen. Diese Birnengraffiti gehen auf eine damals populäre Karikatur des „Bürgerkönigs“ Louis-Philippe zurück, in der dessen Kopf aus physiognomisch naheliegenden Gründen zu einer Birne verwandelt wurde.[40]

1843 ritzte der Mathematiker William Rowan Hamilton spontan die Multiplikationsformel der Quaternionen in den Stein der Broom Bridge in Dublin, um die Lösung festzuhalten, die ihm dort nach jahrelanger Suche plötzlich eingefallen war. An dieses „Scratching“ erinnert heute eine Gedenktafel.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert brachten Studenten in den Karzern der Universitäten diverse Sprüche, Bilder und Karikaturen an, so auch der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck 1833 in Göttingen.[41] Heutzutage werden diese Gefängnisgraffiti restauriert, um sie der Nachwelt als Zeugnis des damaligen studentischen Lebens zu erhalten.[42][43]

Als die Maya-Stadt Tikal in Guatemala wiederentdeckt wurde, in der bereits in der Antike Graffiti entstanden, verewigten sich dort wiederum die Forscher. So auch der Archäologe Teoberto Maler 1895–1904“.[44]

Mao Zedong brachte 1915 in den Waschräumen seiner Universität in Changsha eine über 4000 Zeichen lange Schmähschrift über seine Lehrer und die chinesische Gesellschaft an. Damit hält er den Weltrekord für das Graffiti mit den meisten Zeichen.

Mindestens seit den 1930er Jahren gibt es in den Vereinigten Staaten Graffiti, die von Gangs angebracht werden. Diese Praxis findet auch bis in die heutige Zeit Anwendung. Die Blütezeit der Ganggraffiti war von den 1970er Jahren bis in die 1990er Jahre. Obwohl auch hier das Anbringen von Namen (taggen) eine Rolle spielt, darf diese Art von Graffiti nicht mit dem Writing verwechselt werden.[45]

Als 1955 der Jazz-Saxophonist Charlie „Bird“ Parker stirbt, erscheint kurze Zeit später der Spruch „Bird Lives!“ an den Jazzclubs in New York, für den sich später Ted Joans und einige seiner Freunde verantwortlich erklärten.[46]

Eine weitere künstlerisch anspruchslose Form des Taggens, die der reinen Markierung dient, wird seit den 1960er Jahren von einigen Fußballfans, die meist der Ultrà-Bewegung angehören, praktiziert. So markieren die Anhänger einer Mannschaft z. B. bei Auswärtsspielen ihre Aufenthaltsorte aber selbstverständlich auch ihre Heimatstadt vorrangig mit ihrem Gruppennamen. Teilweise entstehen jedoch auch großflächige Wandbilder mit Schriftzügen und Vereinsemblemen, welche doch einen gewissen künstlerischen Anspruch besitzen. In dem Fall wird häufig dieFrakturschrift als Vorbild für die Buchstabengestaltung verwendet oder heutzutage ebenso häufig auch der Writingstil. Wie die Ultrà-Bewegung selbst findet diese Praxis ihren Ursprung in Italien.

1967 sprühte in der Londoner U-Bahn-Station Islington erstmals ein Unbekannter den Spruch „Clapton is God“. Dieser verbreitete sich daraufhin auch an anderen Orten in London. Heute ist dieses Graffito durch ein berühmtes Foto dokumentiert, auf dem ein Hund an die Wand uriniert, auf dem sich der Schriftzug befindet.[47]

1968 trat Peter-Ernst Eiffe in Erscheinung, der in Hamburg als erster Deutscher Graffiti in einem größeren Stil verbreitet haben soll. So schrieb er seinen Namen samt Adresse und diverse Sprüche überall in der Stadt auf Wände und andere Stadtmöbel.

1970 tauchte in München der Schriftzug „Heiduk“ auf. Dieses angeblich nichtsbedeutende Wort soll auf eine linke Kommune aus dem Schlachthofviertel zurückgehen.[48]

Allgemein finden sich im Zuge der APO und Studentenbewegungen der 1960er Jahre vermehrt politische Graffiti. Das wohl bekannteste ist das bereits 1958 entstandene Peace-Zeichen.

In den späten 1970er- und frühen 1980er Jahren waren es in Europa, noch vor dem Import des amerikanischen Writings, hauptsächlich Punks, die „taggten“. Hierbei tat sich besonders Amsterdam als Zentrum hervor. Teilweise wurden von den Punks schon Pseudonyme verwendet, jedoch erhoben sie auch eher keinen künstlerischen Anspruch an ihre Hinterlassenschaften, was im allgemeinen Ästhetikverständnis dieser Jugendkultur begründet liegt. Demzufolge gab es auch keine solche Entwicklung zu technisch ausgereiften Werken wie in den USA; die Graffiti behielten den Status von reinen Kritzeleien. Punks waren offenbar auch die ersten die im öffentlichen Raum Stencils in einem künstlerischen Kontext verwendeten.

Da sich Graffiti im europäischen Kulturraum zunächst völlig unabhängig von der Writing-Kultur in den USA entwickelten, entstanden hier gänzlich andere Ausdrucksformen. Anders als beim amerikanischen Writing bildete hier nicht die Schrift oder ein Name das Basiselement der Graffitikomposition, sondern vielmehr bildliche Motive.

Hierbei war besonders die Metropole Paris innovativ. Dem Franzosen Gérard Zlotykamien wird zugerechnet, als erster Künstler überhaupt und bereits vor der Entwicklung des Style-Writings im öffentlichen Raum künstlerisch tätig geworden zu sein. Zunächst mit Kreide oder Pinsel, später auch mit Sprühfarbe, malte er erstmals 1963 Strichfiguren, seine „Éphémères“ („die Vergänglichen“/„vom baldigen Verschwinden Bedrohten“), auf Mauern und andere Untergründe.

Ebenfalls in Paris verteilte seit 1981 Blek le Rat, anfangs noch als Duo, seine Schablonengraffiti auf diversen Wänden, nachdem er nach eigenen Aussagen kläglich daran gescheitert war, mit seinem Partner ein Piece im amerikanischen Writing-Stil zu sprühen.

1983 gestaltete Claude Costa in der Pariser Metro erstmals dort hängende Plakate mit Pinsel und Farbe um – eine frühe Form des Adbusting.

Fischfrau von Harald Naegeli, Fürstenplatz in Düsseldorf, um 1997

Seit 1977 sprüht Harald Naegeli, der ‚Sprayer von Zürich‘, seine Strichfiguren auf Wände in diversen Großstädten. Wegen seiner Graffiti in Zürich wurde er 1981 zu neun Monaten Haft und 206.000 Franken Strafe verurteilt. Diese Strafe musste er 1984 absitzen, nachdem er nach Deutschland geflohen und ein internationaler Haftbefehl gegen ihn ausgestellt worden war. Heute ist er ein anerkannter Künstler, dessen Werke von der Stadt Zürich als schützenswert erachtet werden.

Das „Liebespaar“ des Aachener Wandmalers Klaus Paier wurde im Dezember 2011 unter Denkmalschutz gestellt. Seine weiteren noch in Aachen vorhandenen Kunstwerke sollen ebenfalls geschützt werden.

Neben diesen europäischen, eher der Streetart zuzurechnenden Graffiti-Aktivisten gibt es auch im amerikanischen Kulturraum Sprayer, die diesem Genre und nicht dem Style-Writing zugeordnet werden können. Hier sind unter anderen Keith HaringJean-Michel Basquiat und Richard Hambleton als bekannte Vertreter zu erwähnen.

Geschichte des Style-Writings[Bearbeiten]

Graffiti-Writing als eines der vier wesentlichen Elemente (neben Rap/MCingDJing und B-Boying) der Hip-Hop-Kultur[49] hat seine Wurzeln im New York Ende der 1960er Jahre. Es besteht jedoch nicht zwingend ein Zusammenhang zwischen Writing und Hip-Hop. Writing ist älter als die Hip-Hop-Kultur, welche erst später alle vier Elemente miteinander vereinte. So sind auch heutzutage nicht alle Writer zwangsläufig zugleich Hip-Hopper.

Das Hinterlassen von Namen ist so alt wie die Geschichte des Graffiti selbst. Schon bei den Alten Ägyptern findet man Zeugnisse dieser Praxis – jedoch nicht in dem Ausmaß, wie es beim modernen Graffiti-Writing der Fall ist.

Als Vorläufer des Graffiti-Writings gilt der Schriftzug Kyselak, den der Österreicher Joseph Kyselak im 19. Jahrhundert auf Grund einer Wette an alle möglichen und unmöglichen Stellen schrieb. Diese Art des Markierens von Stellen ist identisch mit dem Prinzip des modernen Taggens in der Writingkultur; jedoch ohne den ästhetischen Aspekt, den die Writer heutzutage an sich stellen. Auch verwendet er noch kein Pseudonym, so wie es später üblich ist.

Ein weiterer Vorläufer ist der Satz „Kilroy was here“, der im Zweiten Weltkrieg von US-Soldaten an die unmöglichsten und seltsamsten Stellen geschrieben wurde. Hier wurde derselbe Name von mehreren Personen gleichzeitig und damit wesentlich stärker verbreitet. Man kann sagen, dass diese Vorgehensweise dem Zusammenschluss von mehreren Writern zu einer Crew bereits ähnelt.

Mitte der 1960er Jahre begann Darryl McCray, sein Pseudonym CORNBREAD in Philadelphia zu verbreiten. Anfangs nur, um die Aufmerksamkeit eines Mädchens zu gewinnen, wurde es danach eine Art Selbstläufer, und er versuchte immer verrücktere Stellen zu taggen, um noch berühmter zu werden. So schrieb er sein Pseudonym u. a. an einen Elefanten im Zoo von Philadelphia und an den Privatjet der Jackson 5.[50] Zu erwähnen ist auch sein Partner COOL EARL. Möglichst waghalsige Aktionen, so wie es bereits Kyselak tat, und der damit verbundene Ruhm spielten somit als zentrales Ziel bereits eine entscheidende Rolle, so wie es auch heute noch für das moderne Graffiti-Writing üblich ist. Ein weiterer bedeutender Schritt weg vom bis dahin ausschließlich vorherrschenden Graffiti als Bestandteil der Gangkultur in Richtung Writing ist ebenfalls CORNBREAD zuzurechnen, da er als erster unabhängig von Gangrevieren, den sogenannten Turfs, im gesamten Stadtgebiet operierte.[51] CORNBREAD war übrigens auch der erste, der eine Krone über sein Tag setzte.

Ende der 1960er Jahre schwappte das Phänomen des Taggens nach New York City über, wo es erst so richtig populär wurde. Am 21. Juli 1971 berichtete die New York Times über das Faible eines griechisch-stämmigen Botenjungen, sein Pseudonym TAKI 183 während seiner Botengänge durch die Stadt New York auf diversen Wänden zu hinterlassen.[52] Dies animierte zahlreiche Nachahmer. Das Tagging breitete sich schnell unter den Jugendlichen der ganzen Stadt aus. Es wird gemutmaßt, dass evtl. JULIO 204 bereits vorher mit dem Taggen in New York begann, jedoch nicht die Aufmerksamkeit wie TAKI 183 erfuhr und daher nicht so bekannt wurde.[53]

Mit Markern oder Filzstiften und Sprühdosen brachten die Akteure ihre Kürzel, Zeichen oder Pseudonyme möglichst auffällig an Wänden, Türen, Bänken etc. an. Aufgrund der enormen Anzahl von Writern, wie die Mitglieder der Szene genannt werden, wurden die Tags immer größer und aufwändiger, und jeder Einzelne musste einen möglichst eigenen, innovativen Style und neue Techniken entwickeln, um aus der Masse von Namen hervorzustechen. Auch die Stellen wurden immer spektakulärer. Die Tagger entdeckten die U-Bahn als hervorragendes Mittel, den Namen leichter zu verbreiten, da so ihr Name durch die Stadt zu den Leuten fuhr und nicht umgekehrt.

Durch Erfindung des Fatcaps und das anschließende Umranden der auf diese Weise dickeren Buchstaben mit einer anderen Farbe (Outline) wurde das Piece – kurz für Masterpiece – erfunden. Diese Schritte werden SUPERKOOL 223 zugerechnet[54], der ebenfalls als erster einen U-Bahn-Waggon von außen mit einem solchen Piece besprüht haben soll. Die Pieces wurden zunehmend größer, auffälliger und technisch ausgereifter, behielten aber im Prinzip meist nur die Form der Tags, die lediglich umrandet wurden. Die Writer begannen an sich selbst einen künstlerischen Anspruch zu stellen, und es entwickelten sich schnell verschiedene Styles, wie der Bubblestyle und der Wildstyle von PHASE2 oder der an Western-Typografie erinnernde Broadway Elegant, der durch TOPCAT 126 von Philadelphia nach New York importiert wurde[55][54] und sich bald zumBlockbuster weiterentwickelte.

Bedeutende Namen aus der Anfangszeit der Kultur sind u. a. FRANK 207, EDDIE 181, HONDO 1, JAPAN 1, MOSES 147, SNAKE 131, LEE 163rd, STAR 3, TRACY 168, BARBARA 62, EVA 62, CAY 161, JUNIOR 161 und STAY HIGH 149.[55][54]

Neuerungen wie der 3D-Block, um dem Style Tiefe zu geben, mehrfarbige Fill-Ins und Hintergrundgestaltungen (Background/Cloud), sowie Darstellungen von Figuren (Character) kamen allmählich hinzu. Gegen 1974 verwendeten Writer wie TRACY 168CLIFF 159 und BLADE erstmals aufwändige Hintergrundgestaltungen und Figuren, dass bald ein kompletter Waggon mit detaillierten Szenerien gestaltet wurde (Mural-Wholecar). Der Style entwickelte sich ebenfalls weiter, dadurch dass die verschiedenen Writer Ideen anderer übernahmen, eigens interpretierten und weiterentwickelten. Zusätzlich wurde der Throw-Up erfunden. Auf diese Weise waren bis 1974 alle grundlegenden Entwicklungen abgeschlossen, auf denen alle weiteren Generationen aufbauten.[55][54]

Anfang der 1980er Jahre begann der Niedergang des Writings auf U-Bahnen in New York, da die Abstellanlagen besser gesichert und die Züge schneller und öfter gereinigt wurden. Durch die größeren Anstrengungen, die unternommen werden mussten, um die Züge zu bemalen, kam es zu Hoheitsansprüchen einiger Writer auf bestimmte Abstellanlagen und dementsprechend vermehrt zu Gewalt gegen „Eindringlinge“. Dies demotiverte eine große Zahl von Writern. Außerdem durften Sprühdosen nicht mehr an Minderjährige verkauft werden, und die Händler mussten die Sprühdosen in abgeschlossenen Schränken aufbewahren, damit sie nicht mehr gestohlen werden konnten.[55] Trotzdem blieb bis Ende der 1980er Jahre eine noch immer recht große Anzahl von Writern, die weiterhin auf U-Bahnen malten. Erst als 1989 der letzte Zug gereinigt wurde, malten nur noch sehr wenige New Yorker, aus nostalgischen Gründen oder weil sie den Kampf gegen die MTA nicht verlieren wollten, sowie einige Touristen, die in das „Mekka“ des Writings pilgerten, auf U-Bahnen.[56][54]

Das Writing wurde Anfang der 1980er Jahre auch über New Yorks Grenzen hinaus populär. Dem Franzosen BANDO CTK wird zugerechnet, 1983 das amerikanische Style-Writing nach Europa quasi importiert und hier maßgeblich zu dessen Verbreitung beigetragen zu haben.[57] Besonders aber auch durch die Filme Wild StyleBeat Street und Style Wars, durch die eine breite Öffentlichkeit erreicht wurde, fand die Idee des Writing in den 1980er Jahren vornehmlich in westlichen Kulturen begeisterte Anhänger.[56] Nach dem Ende des Kalten Krieges verbreitete sich das Graffiti-Writing auch vermehrt im Ostblock. Mittlerweile ist es fast auf der ganzen Welt verbreitet, jedoch vorwiegend in Europa, Nord- und Südamerika, sowie Australien. In Entwicklungsgebieten wie z. B. Afrika gibt es bis auf in Südafrika keine lokalen Szenen.

Writer, die mit Beginn der Bewegung auf dem jeweiligen Kontinent aktiv wurden, werden heute gemeinhin als Old School (alte Schule) bezeichnet. Es ist üblich, dass auch in einer Stadt die lokalen Pioniere dieser Kultur so bezeichnet werden.

Durch die vielen Weiterentwicklungen, die im Writing-Bereich in der jüngsten Zeit gemacht wurden, ist es heutzutage schwierig, die beiden Begriffe Writing und Streetart klar voneinander zu trennen. Viele Techniken überschneiden sich. Manche Writer haben z. B. ihren Namen so weit abstrahiert oder verbildlicht, dass sie zwar weiterhin unter einem Pseudonym bekannt sind, aber im Prinzip nur noch eine Art Logo oder ein figürliches Motiv als Erkennungszeichen verwenden. Andere Writer schreiben ihre Tags oder Bilder in Heimarbeit auf Sticker und Plakate, da diese schneller angebracht werden können. Wieder andere bauen dreidimensionale Plastiken ihres Namens und installieren diese im öffentlichen Raum. All dies sind aber auch Techniken aus dem Streetart-Bereich. Daher findet der englische Begriff Post-Graffiti manchmal Verwendung, der diese technische Weiterentwicklung beschreibt.

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Quellen:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Graffiti